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Befürchtungen der Versicherten werden wahr - Beiträge sind in den letzten 10 Jahren bei vielen PKVs gestiegen


Nachdem 2009 bereits ganz offen über deutliche Beitragserhöhungen bei den Krankenkassen spekuliert worden ist, liegt nun seit einigen Tagen ein konkretes Ergebnis vor. Die Bundesregierung hat eine Studie in Auftrag zur Entwicklung der Beiträge für die privaten Krankenversicherungen in Auftrag gegeben. Das kam zu dem Schluss, dass es hier einige Mängel gibt, deren Lasten die Versicherten zu tragen haben. Das Hauptproblem sehen die Experten darin, dass hier kein echter marktwirtschaftlicher Wettbewerb stattfindet.


Beitragssteigerungen bis zu 50%
Das in der deutschen Hauptstadt ansässige Forschungsinstitut Iges arbeitete bei der Auswertung der Befragungen sehr eng mit Bert Rürup zusammen, der auch Namensgeber für die geförderten Rentenverträge von Selbstständigen gewesen ist. Untersucht wurde hinsichtlich der Beiträge das letzte Jahrzehnt. Obwohl die privaten Krankenkassen betonen, dass sie den Versicherten die stabileren Beiträge bieten könnten, präsentiert sich hier ein ganz anderes Bild. Um ein knappes Drittel sind die Beiträge für die gesetzlichen Krankenversicherungen gestiegen. Bei den privaten Krankenversicherungen wurde bei den Beitragssteigerungen zwischen 1997 und 2008 ein statistisches Mittel von fast fünfzig Prozent ermittelt.



Besonders interessant an dieser Entwicklung ist, dass die privaten Krankenkassen sich mit Ausnahme der im Basistarif Versicherten eher auf jüngeres und gesundes Klientel spezialisiert haben. Diese werden mit besonders günstigen Anfangsbeiträgen gelockt, müssen aber in der Folge teils dramatische Beitragssteigerungen in Kauf nehmen. Das führt natürlich auch zu einer Wettbewerbsverzerrung, denn die PKV können bei den Policen außerhalb des Basistarifs ältere und risikobehaftete Antragsteller auch ablehnen, während die gesetzlichen Krankenkassen zur Aufnahme verpflichtet sind.


Hohe Medikamentenkosten und Verschreibungen als Preistreiber


Eine der Ursachen für die rasante Beitragssteigerung wurde in der Verschreibungspraxis der Ärzte ausgemacht. Der Bundespräsident der deutschen Ärzte übt Kritik in den eigenen Reihen und fordert auf, die Physiotherapie gegenüber der Medikamentengabe weiter zu verstärken. Dass es dort von den kassenärztlichen Vereinigungen eine Deckelung bei der Anzahl der möglichen Verordnungen pro Jahr und Patient gibt, kommt dabei leider nicht zur Sprache. Auch sonst schiebt man den „schwarzen Peter“ für die Kostenexplosion bei den Beiträgen zur privaten Krankenversicherung den Ärzten zu. Sie werden offen aufgefordert, über die unbedingte Notwendigkeit von Verordnungen und Untersuchungen nachzudenken.



Im Gegenzug lobte der Ärztepräsident die Ansätze einer neuen Gesundheitspolitik, die bei Minister Philipp Rösler zu spüren sind. Der möchte gern weg vom bisherigen bin ins kleinsten Detail geregelte Gesundheitssystem. Ob sich seine damit verbundene Zielstellung, den Markt der Krankenversicherungen flexibler zu gestalten, erfüllen wird, darüber kann oder möchte derzeit niemand eine Prognose abgeben. Auf jeden Fall scheint er den Wunsch der Krankenkassen nach einer Kostenentlastung über eine Umstellung des für Medikamente geltenden Mehrwertsteuersatzes zu unterstützen. Das wäre zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung, denn dadurch wären bei den Kassen Einsparungen von mehreren Milliarden Euro pro Jahr möglich.


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